Die Akupunktur ist nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere eine der sichersten Behandlungsmethoden. Sie lässt sich inzwischen aus unserem Gesundheitssystem nicht mehr wegdenken. Längst ist sie auch eine anerkannte Heilmethode in der Tiermedizin geworden.
Tiere werden nach den gleichen Konzepten der Chinesischen Medizin akupunktiert wie die für die Behandlung des Menschen. Die Akupunkturpunkte und Meridiane bei Mensch und Tier unterscheiden – und gleichen sich in vielerlei Hinsicht. Besonders Pferde und Hunde sprechen meist sehr gut auf Akupunktur an.

 

Akupunktur - Asiatische Weltanschauung

 

In der chinesischen Philosophie gibt es den Spruch: 

"Wo der Fluß nicht mehr fließt, da stinkt das Wasser.“

 

Was ist Akupunktur?

Nach der chinesischen Philosophie entsteht Krankheit durch ein energetisches
Ungleichgewicht im Körper. Die Akupunktur ist eine uralte Therapie die aus Asien stammt. Erste Aufzeichnungen über die Akupunktur an Mensch und Tier sind über 6000 Jahre alt. Die Akupunktur ist eine vor vier in China entwickelte und bis heute beibehaltene Medizinform der traditionellen chinesischen Medizin (TCM). Wir Europäer haben ein völlig anderes Weltbild als die Asiaten. Für den Asiaten ist alles ein Energiefluß, ein Makro und Mikrokosmos, in dem alles harmonisch miteinander verbunden ist und fließen sollte. Das hat nichts mit Hexerei oder Esoterik zu tun, es ist eine Lebensanschauung.



Auf 12 Hauptleitbahnen und auf 2 der unpaarigen Leitbahnen (Lenkergefäß und Konzeptionsgefäß) liegen die Akupunkturpunkte. Bei der Akupunkturbehandlung muss der energetische Zustand des betroffenen Funktionskreises – Fülle (Repletio) oder Schwäche (Depletio) - die Art der Störfaktoren – Hitze, Kälte, Wind, Emotionen etc. – und die Beeinflussung der Funktionskreise untereinander beachtet werden. Nachdem auf dieser Grundlage eine chinesische Diagnose erstellt wurde, erfolgt die Akupunktur mit Nadeln oder einem Akupunktur-Laser.



Bei der Akupunkturbehandlung werden bestimmte Körperstellen, die Akupunkturpunkte, aktiviert. Sie soll dazu führen, dass ein Ungleichgewicht, das im Organismus entstanden ist, wieder in die Balance zurückgebracht wird. Die Chinesen nennen das einen gestörten Qi-Fluß, was übersetzt in etwa gestörter Energiefluß heißt. Nur wenn die Lebensenergie harmonisch und ungestört durch den Körper fließen kann, ist der Organismus gesund. Da jedes Individuum jedoch vielfältigen Einflüssen von Innen - so z.B. den Emotionen - und von Außen - von Verletzungen bis hin zu Wettereinflüssen - ausgesetzt ist, kann es zu Blockaden kommen, die, wenn sie
sich manifestieren, zu den unterschiedlichsten Krankheiten führen können. Dabei
wird oftmals das Grundproblem, das schon seit der Welpen- oder Jugendzeit besteht, durch immer andere und für den Besitzer scheinbar nicht zusammengehörende Probleme überdeckt, weil der Organismus sich so zu schützen versucht. Mit Hilfe der Akupunktur trägt man diese Schichten sozusagen rückwärts wieder. Über die Akupunkturpunkte versucht man den Schalter zu finden, mit dem so umgeschaltet werden kann, dass die Energie wieder ohne Behinderung fließen kann.

 

Wie wirkt die Akupunktur?
Der Körper ist fließende Energie - das sogenannte Qi - und im Idealfall ist dieses Qi mit sich und der Natur im Einklang bzw. in Harmonie. Das Qi fließt in einem festgesetzten Energiefluß durch den Körper und durchzieht ihn wie ein Netzwerk mit groben und feinen Strukturen. Das Qi verbindet alles im Körper miteinander. Es verbindet aber auch den Körper mit seiner Umgebung und der Natur.

 

Der Akupunkteur nimmt Einfluß auf das Qi, das Fließen der Energie. Die Akupunktur
ist somit eine energetische Therapieform bzw. eine Regulationstherapie. Vereinfacht
gesagt, bringt die Akupunktur dargestellte Störungen im Qi-Fluß wieder in Harmonie. Durch die Akupunkturnadeln wird ein Reiz ausgeübt. Dieser Reiz kann verschiedene Funktionen haben, er kann anregend oder beruhigend sein.

 

Akupunktur beeinflusst alle wichtigen physiologischen Systeme. Primär wirkt sie über das Zentralnervensystem, das auf Bewegungsapparat, Hormonsystem und Herz-Kreislauf-System wirkt. Akupunktur kann mehr als nur Schmerzlinderung bewirken. Die Wirkung hängt dabei von der behandelten Störung und der Wahl der behandelten Punkte ab.

 

Was unterscheidet die Therapieformen der chinesischen und der  Schulmedizin?

Der chinesische Arzt versucht den Blockaden und Störungen im Energiefluss mit seiner speziellen Denkweise und Diagnostik auf den Grund zu kommen. Der chinesischen Medizin liegt eine ursächliche und ganzheitliche Denkungsart zugrunde. Das Individuum wird in seinem momentanen Zustand als Ganzes und in seinen Beziehungen zur Umwelt erfasst. Anders geht die Schulmedizin vor, die
verschiedene Körperteile und -funktionen voneinander getrennt analysiert.
Ebenso unterscheidet sich die Behandlung. Während die Schulmedizin bekämpft,
- entfernt oder ersetzt, versucht die chinesische Medizin innerhalb des
Organismus auszugleichen. Dabei trennt der traditionelle chinesische Arzt
nicht Körper und Geist.

 

 

Wobei kann die chinesische Medizin helfen?

Sie hat zahlreiche positive Wirkungen, unter anderem verbessert sie die Durchblutung, bewirkt die Freisetzung zahlreicher Neurotransmitter und Neurohormone, fördert die Ausschüttung von Endorphinen (natürliche schmerzlindernde Hormone), lindert Muskelkrämpfe, stimuliert die Nerven und das Immunsystem. Akupunktur soll die Energie ausgleichen, den Energiefluss korrigieren und dadurch zur Heilung beitragen. Bereits bei minimalen Abweichungen vom
Gewohnten kann die Akupunktur dazu dienen, dass Krankheiten sich gar nicht
erst zu Problemen entwickeln. Deshalb hilft die Akupunktur z.B. auch bei der
Trainingsunterstützung und der Erhaltung der Leistungsfähigkeit. Die Akupunktur hilft auch sehr gut bei "Alterserscheinungen". Auch Reha-Maßnahmen nach Operationen können mit Akupunktur erleichtert werden. Durch die Akupunktur gibt es sogar bei schweren und langwährenden Störungen erstaunliche Erfolge, so beispielsweise bei deformierten Hüften, Erkrankungen des Immunsystems mit chronischen Entzündungen, Lähmungen und vielen anderen. Auch bei chronischen Erkrankungen und in der Prophylaxe ist die Akupunktur sehr zu empfehlen.

 

 

Wie reagieren die Tiere auf Akupunktur?

Die meisten Tiere mögen Akupunktur. Nur wenige Punkte sind schmerzhaft, diese können alternativ mit Laser behandelt werden. Sehr häufig kann eine augenblickliche Entspannung bei den Tieren beobachtet werden. Gelegentlich tritt ein kurzer Schmerz auf, wenn die Nadel empfindliche Bereiche die Haut durchsticht. Sobald die Nadel
am Platz ist, entspannen sich die meisten Tiere und schlafen sogar häufig während der Behandlung ein. Da Ihr Tier hinterher eventuell etwas müde ist, sollten Sie nach der Sitzung keine großen sportlichen Leistungen mehr fordern.

 

Wie sicher ist Akupunktur?

Akupunktur ist eine der sichersten Therapieformen, wenn sie von einem kompetenten
Akupunkteur durchgeführt wird. Nebenwirkungen treten nur in Ausnahmefällen auf. Gelegentlich verschlechtert sich der Zustand eines Tieres vorübergehend, bevor eine Besserung eintritt. Da Akupunktur auf die Selbstheilungskräfte des Körpers wirkt und keine chemischen Substanzen eingesetzt werden, kommt es nur sehr selten, wenn überhaupt, zu Komplikationen.

 

 

Welche Akupunkturnadeln sollten genutzt werden?

In der Veterinärmedizin verwendet man Stahlnadeln, die Einmalnadeln sind. Ich verwende Einmalnadeln aus der Humanmedizin, die mit einem dünnen Silikonfilm überzogen sind, damit sie besser in die Haut gleiten. Besonders nervöse Tiere akzeptieren diese Nadeln besser. Die Nadeldicken variieren je nach Einsatzort zwischen 0,35mm und 0,3mm beim Pferd und bis zu 0.20mm bei Hund und Katze. Zum Vergleich, die übliche Dicke einer Kanüle, mit der ein Hund oder Pferd geimpft wird, beträgt 0,7mm.

Im Unterschied zu einer Kanüle, die ja mehr oder weniger ein Loch in die Haut
schneidet, wird das Gewebe durch eine Akupunkturnadel nur auseinander gedrückt.

Es besteht bei bestimmten chinesischen Diagnosen auch die Notwendigkeit Wärme
(YANG) in den Körper zu führen. Dies wird mittels Moxibustion erreicht. Dabei
entzündet man einen kleinen Kegel gepreßtes Beifußkraut das man vorher auf das
Griffstück einer am Tier sitzenden Akupunkturnadeln befestigt hat. Durch das
langsame abbrennen dieses Beifußkraut-Kegels wird die Hitze direkt dem
Akupunkturpunkt zugeführt.

 

Bei welchen Erkrankungen kann Akupunktur eingesetzt werden?

Die Akupunktur schließt eine Lücke zwischen der medikamentösen und der chirurgischen Behandlung. Im Westen wird sie vorwiegend angewandt, wenn Medikamente nicht wirken oder zu starke Nebenwirkungen haben und wenn eine Operation für das Tier nicht infrage kommt.

In China wird sie häufig als primäre Behandlungsform noch vor der konventionellen und chirurgischen Therapie eingesetzt.

 

Ein großes Einsatzgebiet sind auch Stoffwechselprobleme und Schwächezustände z.B.
nach einer Operation oder einer schweren Erkrankung; Hautprobleme, Augenentzündungen, Geburtsschwierigkeiten etc.

 

Bei Kleintieren wird Akupunktur vor allem angewandt bei:

Störungen des Bewegungsapparats, z.B. Hüftgelenksdysplasie, Arthritis, Bandscheibenprobleme, Verletzungsfolgen, Hauterkrankungen, z.B. Leckgranulom oder sensorische Neurodermitis, Störungen des Nervensystems, z.B. Nervenverletzungen, bestimmte Arten von Lähmungen, Atemwegserkrankungen, z.B. Asthma, Funktionelle und vegetative Störungen wie Stoffwechselstörungen, Scheinträchtigkeit, Deckunlust, Gastritis, Appetitlosigkeit, "Auslaufen" der Hündin nach einer Kastration, Vorhautkatharr der Rüden, Hot Spot etc.

 

Bei Pferden wird Akupunktur am häufigsten bei folgenden Störungen angewandt:

Störungen des Bewegungsapparats, z.B. Rückenprobleme, chronische Form der Hufrollenerkrankung, Hufrehe, Sehnenentzündung, zahlreiche andere  Lahmheitserscheinungen, Störungen des Nervensystems, z.B. Nervenverletzungen,

Schmerztherapie bei und nach Operationen, Atemwegserkrankungen, Dauerrosse, Deckunlust, Sommerekzem etc.

 

Pferde sollten bitte immer ungeritten und ungeputzt vorgestellt werden.

 

Yin und Yang & Qi
Yin und Yang symbolisieren, dass alles miteinander und ineinander fließt; das Eine
geht nicht ohne das Andere. Im Körper ist fließende Energie - das sogenannte Qi
- und im Idealfall ist dieses Qi mit sich und der Natur im Einklang bzw. in Harmonie. Das Qi fließt in einem festgesetzten Energiefluss durch den Körper und durchzieht ihn wie ein Netzwerk mit groben und feinen Strukturen. Das Qi verbindet alles im Körper miteinander. Es verbindet aber auch den Körper mit seiner Umgebung und der Natur. Krankheiten oder Beschwerden entstehen durch ein Ungleichgewicht, eine Disharmonie von Yin und Yang oder durch Blockaden bzw. Stauungen des Qi-Flusses.

Das Qi, das in so genannten Leitbahnen oder Meridianen durch den Körper fließt,
kann durch äußere oder innere Faktoren blockiert sein. Häufige äußere Faktoren sind Kälte, Wind ,Hitze, aber auch schlechte Haltungsbedingungen. Zu den inneren Blockaden zählen Emotionen wie Angst, Trauer, Stress – z.B. durch Unterdrückung in der Herde, Stall - oder Besitzerwechsel etc.. "Gerade beim Pferd und Hund dürfen die Auswirkungen von Emotionen auf den energetischen Zustand und damit auf die Gesundheit nicht unterschätzt werden". Qi (die Körperenergie) setzt sich –vereinfacht gesagt – zusammen aus dem angeborenen Qi (Erbgut, Konstitution), dem Qi aus der Umwelt (z.B. Sonnenlicht), dem Qi aus der Nahrung und aus dem Abwehr-Qi, das vor Umwelteinflüssen schützen soll.

 

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Phytotherapie

Unter chinesischer Phytotherapie versteht man die Behandlung mit chinesischen Arzneimitteln.

Diese Arzneimittel bestehen aus pflanzlichen oder tierischen Bestandteilen –
für diese sind die energetischen Wirkungen bekannt und genau beschrieben.

Bei der chinesischen Phytotherapie wird individuell ein Rezept zusammengestellt
um eine ganz spezielle Wirkung zu erzielen.

Die chinesische Phytotherapie ist somit die ideale Ergänzung zur Akupunktur.

 

Phytotherapie In China macht diese Säule etwa 80 Prozent aller Behandlungen aus. Bekannt sind rund 2000 Substanzen, darunter Kräuter, Mineralien und Tierextrakte. Die Auswahl der Kräuter wird stets an die individuellen Erkrankungsmuster angepasst. Die pflanzlichen Präparate werden je nach Beschwerden zusammengestellt und meist als Dekokt (Arzneimittelsud) verabreicht. Dekokte sind potente Arzneimittel, entsprechend können sie Nebenwirkungen haben. Leber, Nieren- und Blutwerte sollten daher überwacht werden. Wichtig: Mittel nur aus Apotheken beziehen. Kräuter aus dubiosen Quellen können gefährliche Verunreinigungen enthalten!

 

 



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